So., 25. Aug. | Museumspark Rüdersdorf

Umgenutzte „Industriekathedralen“ – zwischen historischer Inszenierung und zukunftsorientierter Innovation.

Anmeldung abgeschlossen
Umgenutzte „Industriekathedralen“ – zwischen historischer Inszenierung und zukunftsorientierter Innovation.

Zeit & Ort

25. Aug. 2019, 14:00
Museumspark Rüdersdorf, Heinitzstraße 9, 15562 Rüdersdorf bei Berlin, Deutschland

Veranstaltung

Umgenutzte „Industriekathedralen“–zwischen historischer Inszenierung und zukunftsorientierter Innovation - Ein Gespräch über Traditionen, Werte, sowie Ressourcen und Perspektiven für die Region -

Podium: Heidi Pinkepank, INIK Institut für Neue Industriekultur Cottbus-Wroclaw- Saarbrücken, Dr.Ulrich Heinemann, Ministerialdirigent a.D. Landesregierung NRW

Moderation Götz Lehmann, Projektentwickler

In einem Gespräch soll ein weiter Bogen aus der Interpretation der Vergangenheit (Arbeit 2.0) in eine nahe Zukunft (Arbeit 4.0) geschlagen werden. Die Industrieanlage ist die Bühne, auf der die Folgen des generellen wirtschaftspolitischen Umbruchs, aus der gegenwärtigen ostdeutschen Perspektive heraus, in den europäischen und weltweiten Kontext gestellt werden. Wir erleben erneut die Herausbildung eines sich wandelnden Verständnisses von Arbeit in den Industriegesellschaften. An dieser Stelle wird deutlich, dass der fortschreitende Wandel der Arbeit seit der Einführung der industriellen Produktion, über die Automatisierung und Konsolidierung, bis hin zur Digitalisierung ein globales Phänomen beschreibt.

Die historische Industrieanlage bildet eine ideale Kulisse, um über das Thema Arbeit als soziale, kulturelle und nicht nur als wirtschaftliche Komponente nachzudenken. In einer Zeit, in der globale Geldflüsse und Produktionsverlagerungen, nationale und regionale Standorte zum Spielball internationaler Prozesse machen, ist es umso wichtiger sich der Entstehungsgeschichte industrieller Ansiedlungen bewusst zu machen, da deren Geschichte eng mit der Lebenswirklichkeit von Generationen verknüpft ist. Zwangsläufig stellt sich dabei die Frage nach der Zukunft der Arbeit in den Regionen und dem Umgang mit den landschaftsprägenden Ikonen der Industriearchitektur.

Im ehemaligen Dieselkraftwerk wollen wir, ausgehend von der aktuellen Situation, den Umgang mit der Geschichte und den Ausblick in die Zukunft diskutieren. Die beteiligten Referenten und Referentinnen bringen dafür ihre jeweilige Perspektive und ihre Vorstellungen mit ein.

Insbesondere die Erfahrungen aus NRW, dem Bundesland mit den umfassenden Erfahrungen in der Umgestaltung und Umnutzung von Industrieanlagen, bieten viel Gesprächsstoff. U.a. stellen wir das Konzept der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur (SIG) aus NRW zur Diskussion. Aber auch die aktuelle Expertise aus der Forschung und Entwicklung, vertreten durch das INIK Institut für Neue Industriekultur (Cottbus-Wroclaw- Saarbrücken) fließt in die Diskussion mit ein. Unter dem Motto alte Industrieanlagen durch Inwertsetzung mit einer neuen Industriekultur zukunftsfähig machen, werden Konzeptansätze vorgestellt. Ergänzt werden die Gesprächsrunden durch Vertreterinnen und Vertreter der Einrichtungen, die ihre konkreten Perspektiven, Probleme und Vorstellungen für die Nutzung der „Industriekathedralen“ mit einbringen. Mit folgenden Fragestellungen wollen wir uns auseinandersetzen:

- Wie können die steingewordenen Zeugnisse einer Industrialisierungsgeschichte als eine Plattform für neue Ideen und Nutzungsvarianten für die Gestaltung einer regionalen Perspektive beitragen?

- Da, wo in der Vergangenheit wirtschaftliche Werte geschaffen wurden, konnten sich ideelle Werte und Kultur herausbilden, wie kann das heute funktionieren?

- Was kann regionale Politik/Wirtschaft dafür tun?

- Wird dieser Prozess der wirtschaftlichen Erneuerung, unter neuen Voraussetzungen in den geschichtsträchtigen Hüllen von damals, strategisch und zielgerichtet vollzogen, oder sind das eher zufällige Einzellösungen?

- Welche regionalen Rahmenbedingungen befördern, oder bremsen die Neuausrichtung der Nutzung der Industrieanlagen?

- Sind Kultur- und Kreativwirtschaft mittlerweile als gleichwertige Wirtschafts- und Standortfaktoren in der Region anerkannt?

- Worin besteht die Zukunftsfähigkeit, das Alleinstellungsmerkmal des Standortes?

Wir freuen uns auf die Beiträge und Diskussionen und laden alle Interessierte und Neugierige herzlich dazu ein. Lassen Sie uns gemeinsam den Geist der Visionen aus der Vergangenheit in der Musik und den Texten erspüren und mit dieser Inspiration über Vorstellungen einer zu gestaltenden Zukunft in den historischen Räumen der Industriebauten und in der Region diskutieren!