Ab nach BerlinIndustriedenkmale der Zementindustrie in Rüdersdorf

Seit über 750 Jahren wird in Rüdersdorf Kalkstein abgebaut. Hier wurden die Baustoffe für das Brandenburger Tor, das Schloß Sanssouci und andere bedeutende Bauwerke im Berliner Raum produziert.

Als Zeuge dieser Geschichte ist in der historischen Landschaft des Museumsparks ein einzigartiges Ensemble von Produktions- und Verwaltungsbauten erhalten geblieben, das zu den bedeutendsten Industriedenkmalen Deutschlands zählt.

Kanalsystem

Um den Transport des Kalksteins zu vereinfachen, wurde um 1800 in Rüdersdorf ein Kanalsystem gelegt, das die Kalksteinbrüche mit den natürlichen Wasserstraßen verband.
Diese Ingenieurleistungen betonte man durch die Errichtung eindrucksvoller Portale am Eingang der Kanäle.

Rumfordöfen

Rumfordöfen
Die Rüdersdorfer Rumfordöfen wurden aufwendig saniert

Die Rumfordöfen stellen die industrielle Revolution des Kalkbrennens zu Beginn des 19. Jahrhunderts dar. Das Rumfordsche Prinzip besteht in der Trennung des Brennschachtes für den Kalkstein von dem für den Brennstoff.
Zwei 1805 und 1817 um die Ruinen eines älteren Ofens errichtete Rumfordöfen sind in Rüdersdorf erhalten.

Kalkscheune

In der Kalkscheune finden Ausstellungen und Konzerte statt

Im 17. Jahrhundert wurde dieses Fachwerkgebäude als Kalkscheune errichtet und diente zur Lagerung und Verpackung des gebrannten Kalks. Hier lebte auch die Familie des Kalkbrenners. Nach Entwürfen von u.a. Karl Friedrich Schinkel wurde es 1830 umgebaut. Ein klassizistischer Uhrenturm wurde dem Gebäude als Zeichen preußischen Schönheitssinns vorgegliedert.
Die von der Straße sichtbaren vorderen Mauern wurden verstärkt und neu verputzt, während die hintere als Ausdruck preußischer Sparsamkeit im ursprünglichen Zustand verblieb.

Seilscheibenpfeiler

Imposnater Höhepunkt eines Spaziergangs durch den Park

Der 1871 erbaute Seilscheibenpfeiler stellte die technische Verbindung zwischen dem Schienennetz am Boden des Steinbruchs und der Eisenbahnstrecke her. Seilscheiben, über die Stahlseile liefen, bewegten die Wagen über eine schräge Ebene von 205 m Länge. Das System wurde durch eine 130 PS starke Dampfmaschine angetrieben.

Schachtofenbetterie

Die Ofenbatterie ist eindrucksvolle Kulisse für Theaterinszenierungen und Konzerte

Um den gestiegenen Bedarf an Kalk zu decken, wurde zwischen 1871 und 1876 in einer Zeitspanne von nur 6 Jahren eine Batterie von 18 Rumfordöfen, auch Rüdersdorfer Öfen genannt, gebaut.
Über einen hoch liegenden Schienenstrang gelangte der Kalk aus den Brüchen direkt in die Öfen. Der gebrannte Kalk konnte unten über eine Rampe in Eisenbahnwaggons verladen werden.

Kalktagebau

Der "Negativabruck Berlins" aus der Vogelperspektive

Durch den Kalkabbau über Jahrhunderte ist in Rüdersdorf der größte geologische Aufschluß Norddeutschlands mit einer Länge von 4 km und einer Breite von 2 km entstanden.
Er stellt den einzigen oberirdischen Zugang zu einer Lagerstätte des Erdmittelalters dar. Der Muschelkalk enthält zahlreiche Fossilien und Minerale, unter anderem sogar Versteinerungen von Saurierknochen mit einem Alter von circa 240 Millionen Jahren.

 
Museumspark