Arbeit und Leben
Arbeitsplatzsituation im Wandel

Nur in Zeiten großer Arbeitslosigkeit waren und sind Menschen in Rüdersdorf beschäftigungslos. Auch in der Geschichte war eher das Fehlen geeigneter Arbeitskräfte die Regel. Die Ansiedlung unständiger Saisonkräfte scheiterte an mangelndem Wohnraum. Die bäuerliche Bevölkerung stand der Ansiedlung Ortsfremder ablehnend gegenüber und ließ das Errichten von Wohnhäusern auf bäuerlichem Grund nicht zu.
Arbeiterkolonien

An den Ortsrändern Rüdersdorfs entstanden deshalb seit 1660 Kolonien. Deshalb wurde beim Bau der Rumfordöfen auch an Wohnungen gedacht. Sie sind die ältesten Formen staatlichen Wohnungsbaus in Rüdersdorf. Die zu besichtigende Wohnung hat eine nachgestellte Wohnungsausstattung von 1920.

1924 zog Familie Einsporn von Berlin, wo sie in einer Seitenstraße des Kurfürstendamm wohnte, nach Rüdersdorf. Vater Einsporn war als erster Automobilkraftfahrer vom Werk mit dem ersten Automobil nach Rüdersdorf vermittelt worden. Die Familie hatte zwei Kinder. Der Sohn beschrieb detailliert die Wohnsituation, die Lebensbedingungen und die soziale Situation der Familie, die in ihrer Position als Cheffahrerfamilie bis 1945 in Rüdersdorf lebte und auch nach der Flucht nach Schleswig mit der Direktorenfamilie in enger Verbindung blieb.
In der zweiten Wohnung werden Wechselausstellungen zu Themen der Arbeits- und Sozialgeschichte gezeigt.


