
Großes Interesse fand die Pressekonferenz zur »Stummfilm-Nacht am Original-Drehort« und zum Familien-Open-Air mit Stars aus DEFA-Filmen und aus der Unterhaltung. Fotos: Doc Winkler
Museumspark lädt mit »Stummfilm-Nacht am Original-Drehort« und Open Air »Film – Musik – Filmmusik« zum großen Film-Wochenende
Rüdersdorf. Der Aufwand war riesig und die Kulissen waren exotisch, die in Rüdersdorf und Woltersdorf für den Film »Die Spinnen« errichten wurden. 1919/1920 drehte Fritz Lang für seinen Abenteuerfilm an den beiden Drehorten. Am 27. August kommen nun »Die Spinnen« in seinen Teilen »Der goldene See“ (1919) und »Das Brillantenschiff« (1920) im Museumspark Rüdersdorf in einer »Stummfilm-Nacht am Original-Drehort« auf die Leinwand. Der Filmkomponist Peter Gotthardt (»Die Legende von Paul & Paula«) wird am Flügel den Stummfilm musikalisch begleiten.
Mit der Stummfilm-Nacht am Samstag, 27. August, und mit einer Open-Air-Nachmittags-Gala bekannter DEFA-Leinwandhelden und Schlager-Stars »Film – Musik – Filmmusik« am Sonntag, den 28. August, eröffnet die Rüdersdorfer Kultur GmbH den Film-Herbst 2011 im Museumspark und im Kulturhaus Martin Andersen Nexö. Zusammen mit der Kulturland Brandenburg 2011 »Licht I Spiel I Haus – moderne in film.kunst.baukultur« wird die Rüdersdorfer Kultur GmbH Kinder-, Spiel- und TV-Filme zeigen, die einen Bezug zur über 100-jährigen Filmgeschichte der Region haben. Zudem gibt es Konzerte, u. a. mit Manfred Krug.
Für den Auftakt der Veranstaltungsreihe haben die Rüdersdorfer Kultur GmbH und die »Kulturland Brandenburg«-Initiative nicht von ungefähr Fritz Lang gewählt. Das Wirken von Fritz Lang, dessen wiederentdeckte Film »Metropolis« erst jüngst wieder in das Interesse der Fachwelt und des Publikums rückte, ist eng mit Berlin und Brandenburg verbunden. Hier feierte der später in Beverly Hills wohnende weltweit bekannte Regisseur seine ersten Erfolge.
„Mit dem Geheimbund »Die Spinnen« erfand Fritz Lang sieben Jahre vor seinem Film »Metropolis« (1926) eine Unterweltbande, die ihr Hauptquartier in der modernen Großstadt aufgeschlagen hat, ähnlich wie wenig später seine Verbrecherclique um Dr. Mabuse.“ Für den Berliner Filmpublizisten Ralf Schenk vermittelt dieser Geheimbund „eine Idee von Globalisierung, die bis in unsere Tage seine Gültikgeit behalten hat.“ Er bezieht sich dabei insbesondere auf einen Zwischentitel zu Langs Zweitteiler. Denn dort heißt es: „Unsere Organisation arbeitet wie eine Maschine“, und zwar weltweit! In gewissem Sinn vermitteln »Die Spinnen« eine Idee von Globalisierung, die bis in unsere Tage gültig bleibt.
Der Abenteuerfilm habe damals in Deutschland für Furore gesorgt, blickt Ralf Schenk bei einer Voraufführung vor Journalisten im Museumspark Rüdersdorf zurück. „Sensationen von fabelhafter Spannung (wetteifern) mit einer unerhörten Ausstattung“ schrieben die Filmzeitungen damals und rühmten „die alten Mayabauten, die Sitte und Kostüme jener Zeit“, die „unter Mithilfe hervorragender Gelehrter mit einer Echtheit rekonstruiert wurden.“ Fast überschwänglich hieß es: „Die Bilder gehen voller Vitalität über den Bildrand hinaus, schäumen über ins Herz und Gemüt des Zuschauers.“
In »Der goldene See« begibt sich der junge amerikanische Sportsmann Kay Hoog (Carl de Vogt) auf die Suche nach dem sagenhaften Goldschatz der Inka. Auch der Geheimbund »Die Spinnen«, angeführt von der Millionärin Lio Sha (Ressel Orla), startet die Suche nach diesem Schatz. Die dramatische Jagd mündet in ein aufregendes Finale: In der Inkastadt rettet Hoog eine junge Inka-Priesterin (Lil Dagover), die von ihrem Volk geopfert werden soll, bringt sie nach gefahrvoller Flucht nach San Francisco, wo aber schon die eifersüchtige Lio Sha auf Rache sinnt…
Im »Das Brillantenschiff« gelingt es Hoog, Zugang zum geheimen Treffpunkt der „Spinnen“ zu bekommen. Der Geheimbund ist gerade damit befasst, einen diamantenen Buddhakopf in seinen Besitz zu bringen, der Lio Sha die Herrschaft über ganz Asien verspricht.
Auf der Jagd nach dem Buddhakopf, die zunächst nach London, dann sogar auf die Falkland-Inseln führt, schreckt der Geheimbund weder vor Geiselnahme noch vor Mord zurück. Am Ende steht das alles entscheidende Duell zwischen den „Spinnen“ und Kay Hoog.
Weitere Informationen: www.museumspark.de sowie www.museumspark-kulturhaus.de
Tickets:
Stummfilm-Nacht am Original-Drehort. Fritz Lang »Die Spinnen« in den Teilen
»Der goldene See« und »Das Brillantenschiff«, 27. August 2011, 21.30 Uhr.
Tickets (5,00 EUR) unter Tel.: 03 36 38 / 79 97 97
unter kasse@museumspark-kulturhaus.de
Film – Musik – Filmmusik. 28. August 2011, ab 16 Uhr,
Museumspark Rüdersdorf
Tickets (18 und 20 EUR) unter 030 / 479 974 44 und Tel.: 03 36 38 / 79 97 97
sowie unter kasse@museumspark-kulturhaus.de








