Geboren wurde Fritz Lang am 5. Dezember 1890 in Wien als Sohn eines Architekten. Er studierte Malerei an der Wiener Akademie der Graphischen Künste und der Münchner Staatlichen Kunstgewerbeschule. 1916, nach einer Verwundung im Ersten Weltkrieg, schrieb er sein erstes Drehbuch „Peitsche“ und trat im Rahmen der Truppenbetreuung als Schauspieler auf. Nach dem Ersten Weltkrieg verfaßte er für die Berliner Produktionsgesellschaft Decla mehrere Filmszenarien. Da er nicht mit der Umsetzung durch die Regisseure einverstanden war, bewarb er sich alsbald selbst, Regie führen zu dürfen. Sein Debüt „Halbblut“ (1918), eine Liebes- und Rachegeschichte im exotischen Milieu, realisierte er in nur fünf Tagen. Es folgten Produktionen wie „Der Herr der Liebe“ (1919), „Die Spinnen“ (1919/20) und „Harakiri“ (1919), bevor Lang mit „Der müde Tod“ (1921) seinen ersten großen künstlerischen Erfolg verbuchen kann.
Von da an gehörte er zu den unbestrittenen Meisterregisseuren der Weimarer Republik, der mit vergleichsweise umfangreichen Budgets Kriminal-, Science-Fiction- und historische Filme wie „Dr. Mabuse, der Spieler“ (1922), „Die Nibelungen“ 1924), „Metropolis“ (1926) und „Frau im Mond“ (1929) drehen konnte. Mit seinen Tonfilmen „M“ (1931) und „Das Testament des Dr. Mabuse“ (1932) schloss er bruchlos an die Erfolge der Stummfilmzeit an. 1933 verließ er Deutschland, ging nach Paris und 1935 in die USA, wo er weitere wichtige Werke, darunter gesellschaftskritische Gegenwartsfilme, Krimis und Western inszenierte, und sich künstlerisch in die Anti-Hitler-Koalition (»Henker sterben auch“ /1942, »Ministerium der Angst« /1944) einreihte.
1956 besuchte er erstmals die Bundesrepublik. Der West-Berliner Filmproduzent Artur Brauner ermöglichte es ihm, ein Remake der Stummfilm-Klassiker „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal“ (1958/59) sowie einen neuen Film über den Gangsterführer Mabuse, „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ (1960) zu inszenieren. Von seinem Freund und Verehrer Jean-Luc Godard wurde er 1963 eingeladen, in dessen französischem Film „Les mépris“ (Die Verachtung) mitzuwirken. In den 1960er Jahren folgte Fritz Lang einer Einladung in die DDR, um im Staatlichen Filmarchiv seine alten Stummfilme zu besichtigen. Fast taub und blind starb er am 2. August 1976 in Beverly Hills.




