Die Rüdersdorfer Kalksteinbrüche sind als geologische Zeitfenster etwas ganz Besonderes.
Norddeutschland ist von den mächtigen quartären Lockersedimenten (Lehme Sande, Kiese) der vergangenen Eiszeiten überdeckt. Im tiefen geologischen Untergrund (mehrere 100 Meter unter Geländeoberfläche) wurden in der Epoche des Zechsteins (Perm) Salze abgelagert.
Durch die geringere Dichte der Salze gegenüber den umliegenden Gesteinen steigen diese Richtung Erdoberfläche auf. Nur aus diesem Grunde finden sich heute die aufgeschlossenen Muschelkalkschichten (Trias-Zeit) in Rüdersdorf innerhalb der quartären Lockergesteine an der Erdoberfläche. Dies stellt sich als geologische und regionale Besonderheit dar, wodurch eine Tagebauerschließung und –nutzung überhaupt erst ermöglicht werden konnte.
Geologisch gesehen bietet das Gebiet um den Tagebau dem Interessierten einen Platz zum Betrachten und Sammeln von Fossilien und Mineralien.
Das berühmteste Fossil ist ein fast vollständig erhaltenes Saurierskelett eines Nothosaurus (ottergroßer Schwimmsaurier) welches im Berliner Naturkundemuseum ausgestellt ist.
Wussten Sie, dass die Binnenvereisung Mitteleuropas erstmals in Rüdersdorf nachgewiesen wurde? Das gelang dem Schwedischen Geologen Otto TORELL im Jahre 1875. Er fand auf dem Muschelkalk Gletscherschrammen. 1995, rund 125 Jahre später, gelang es dem Geologie-Professor Dr. Karl-Bernhard JUBITZ, derartige geologische Eiszeitindikationen in Form von Gletscherschrammen im direkten Verbund mit zwei Gletschertöpfen in Rüdersdorf nachzuweisen und zu bergen.
Umwelt
Rüdersdorf hat heute mit dem Museumspark eine »grüne Lunge«. Der einst staubbelastetste Ort der DDR bietet auf dem Areal des Museumsparks und des Tagebaues zahlreichen seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Möglich wurde dies durch eine neu konzipierte Tagebauentwicklung. Diese zeigt auch auf, wie die Landschaft hier bis in das Jahr 2062 nachgenutzt werden soll.
